Köln: Protest gegen Sexismus und Rassismus

Anlässlich der massiven sexualisierten Gewalt gegen Frauen und der zahlreichen Diebstähle in der kölner Silvesternacht wird in einigen Medien und in Teilen der Bevölkerung eine rassistische Hetze gegen die arabischen bzw. nordafrikanischen Tatverdächtige betrieben.

Dagegen haben im Laufe der Woche zwei Kundgebungen am Dom sowohl gegen Rassismus, wie auch gegen Sexismus protestiert. Bei Kundgebungen am Mittwochabend und am Samstagmittag hunderte Demonstrant*innen wurde aus feministischer Perspektive die weltweit verbreitete patriarchale Gewalt abgelehnt und aus humanistischer Sicht eine rassistische oder kulturalistische Zuschreibung abgelehnt.

Doch am heutigen Samstag (09.01.) haben tausende rechtspopulistische Pegida-Anhänger*innen mit Unterstützung einiger hundert Nazi-Hooligans ihren Protest gegen den Silvester-Mob mit ausländerfeindlichen Parolen auf die Straßen getragen. Dabei standen ihnen nicht nur über tausend linke und bürgerliche Gegendemonstrant*innen auf dem Breslauer Platz gegenüber, die hinter Polizeiabsperrungen gegen rechte Hetze und Sexismus protestierten. Auch die massiv eingesetzte Polizei ließ sich die agressiven Parolen der Nazi-Hooligans nicht lange gefallen.

Nachdem auf der Pegida-Demo zahlreiche Böller und später auch Flaschen und Gegenstände gegen Staatsgewalt und Presseleute geworfen wurden, konnte der braune Mob mit Pfefferspray, Knüppel und schließlich zwei Wasserwerfern gestoppt und zurück zum Bahnhof gedrängt werden. Damit war die rassistische Kundgebung aufgelöst und die Rechten wurden teilweise mit Sonderzügen ins Ruhrgebiet zurückgefahren.Im Anschluss wurde vermehrt von Naziangriffen berichtet, z.B. in Essen und Aachen.

Die antirassistische und antisexistische Gegenkundgebung – das Bündnis „Köln gegen Rechts“ spricht von 4.000 Teilnehmer*innen – zog dann zum Abschluss als spontane Demonstration mit etwa 1.000 Leuten durch das Bahnhofviertel am Dom vorbei und über den Friesenplatz weiter zum Bahnhof West.

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