Kölner Streik-Ticker (18.06.)

Der Streik bei der Deutschen Post eskaliert: Während bundesweit rund 20.000 Kolleg*innen in den Verteilzentren und bei der Zustellung von Briefen und Paketen die Arbeit niederlegt haben, setzt der Arbeitgeber nun auch Privatleute mit Werkverträgen und Mitarbeiter*innen seiner Großkunden als Streikbrecher*innen ein. Die am Arbeitskampf beteiligten Gewerkschaften DPV (dbb) und ver.di (DGB) protestieren dagegen auf’s Schärfste und drohen mit juristischen Folgen. Zu einer Kundgebung vor der Konzernzentrale in Bonn kamen heute etwa 4.000 Postler*innen zusammen.

Post: Gewinne rauf - Loehne runter

Im Einzelhandel rumort es weiter: Bei dem zur METRO-Gruppe gehördenden Kaufhaus Real will das Management den Flächentarif loswerden und über einen Haustarifvertrag Niedriglöhne einführen. In mehreren Bundesländern, darunter NRW, laufen seit April regionale Verhandlungen über eine Lohnerhöhung.
Ver.di setzt sich zudem für eine staatliche Allgemeinverbindlichkeitserklärung ein, die dann für alle Einzelhandelsbetriebe gelten würde. Der Arbeitgeberverband setzt stattdessen auf prekäre Dumpinglöhne und erzwungene Teilzeitjobs. Wie es für die Kolleg*innen bei Karstadt, Kaufhof und Kaiser’s/Tengelmann nach dem Eigentümer*innen-Wechsel weitergeht, bleibt weiterhin unklar…

Und schließlich sei noch erwähnt, dass neben den Schlichtungsgesprächen im kommunalen Erziehungs- und Sozialdienst (GEW, ver.di) auch die Bahngewerkschaft GDL immernoch ohne Ergebnis in Verhandlungen mit den Arbeitgeber*innen steht. Auch nach drei Wochen staatlicher Schlichtungsversuche gibt es noch keine Einigung im Tarifstreit, weshalb die Frist nun bis 25.06. verlängert wurde. Danach könnte es also wieder zu Streiks im Zugverkehr kommen!