Köln: Protest gegen den Pflegenotstand

Erneut fand vor dem Kölner Dom der monatliche Smartmob „Pflege am Boden“ statt, eine bundesweite Basisinitiative gegen die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Pflege, an dem sich auch wieder unsere Sektion Altenpflege beteiligt hat.

Beim Flashmob \"Pflege am Boden\" (März 2015)

Im Aufruf zu dieser in dutzenden Städten an jedem 2. Samstag im Monat stattfindenden Blitzaktion heisst es:

„Pflege am Boden ist ein von Parteien, Gewerkschaften und Berufsverbänden unabhängiger Zusammenschluss von Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten oder Pflegenden Angehörigen und Menschen, denen die Pflege am Herzen liegt. Gemeinsam wollen wir Politik und Gesellschaft auf die Missstände der derzeitigen Pflegesituation in Deutschland aufmerksam machen. (…)

Die Situation der Pflegenden hat sich in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Unsere täglichen Herausforderungen werden erschwert durch Arbeitskräftemangel, zu niedrige Bezahlung und eine geringe Wertschätzung der Tätigkeit. Unter diesen Voraussetzungen wird unsere Arbeit physisch und psychisch immer belastender. Wir liegen am Boden. Auch wegen der schlechten Arbeitsbedingungen wird der Pflegeberuf für Berufseinsteiger immer unattraktiver – und das in Zeiten des Pflegenotstands.

Pflege-Flashmob vor dem Kölner Dom (14.03.2015)

Wir haben immer weniger Zeit für immer mehr zu pflegende Menschen. Der erhöhte Aufwand für die Dokumentation der Pflege stiehlt uns wertvolle Zeit am Patienten. Die Pflege – die Fürsorge und Betreuung des bedürftigen Menschen – kommt dabei zu kurz. Mit unserer Aktion wollen wir die Öffentlichkeit und den Gesetzgeber auf die Lage der Pflege aufmerksam machen.

Wir möchten Veränderungen auf politischer Ebene erwirken, die die Arbeitsbedingungen für Pflegende verbessern und ausreichend Zeit für die Bedürfnisse der zu Pflegenden garantieren. Das schließt einheitliche Personalabmessungen, um Pflegebedürftige adäquat versorgen zu können, mit ein. Unsere Arbeit ist intensiv und oft auch mühsam. Eine diesen Anforderungen entsprechende Entlohnung ist angebracht und wir fordern diese guten Gewissens ein.

Außerdem halten wir Programme für Nachwuchsförderung, wie sie schon früher begonnen und wieder abgebrochen wurden, für notwendig. Die Beziehung zwischen Pflegenden und Gepflegten muss bewahrt werden. Wir wollen, dass sie wieder menschenwürdig und zugewandt gestaltet werden kann. Darum legen wir uns auf den Boden – um andere dazu zu bewegen aufzustehen und mit uns für unsere Ziele einzustehen.“

Lokale Infos zu der Kampagne:
https://www.facebook.com/pflege.am.boden.koeln
,
https://twitter.com/PaBkoeln

Hintergründe:
„Pflegen bis zum Umfallen“

Allgemeines Syndikat Köln (FAU-IAA) – Sektion Altenpflege