Köln: Blockaden stoppen rassistische Patrioten

Die erste in Köln stattfindende Demonstration der ausländerfeindlichen und diskriminierenden Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida)“ wurde von einer Großdemonstration erfolgreich verhindert. Gegen den Aufmarsch der ca. 300 Rechten, die sich unter dem lokalen Namen „Kögida“ am Deutzer Bahnhof versammelten, haben sich entlang der geplanten Route über die Rheinbrücke durch die Innenstadt zum Dom mehrere Tausend (nach Polizeiangaben 7.500) Demonstrant/innen aus dem gesamten bürgerlichen bis linksradikalen Spektrum in den Weg gestellt.

\"Flüchtlinge willkommen!\"

Als anfangs eine Gruppe von Antifaschist/innen zum Kundgebungsort der populistischen Islamfeinde durchbrechen wollte, wurden sie von der massiv präsenten Polizei mit Pfefferspray und Schlagstockhieben davon abgehalten. Die Staatsmacht hatte außerdem Hunde- und Reiterstaffeln zum Schutz der Nationalist/innen eingesetzt. Später wurde gemeldet, dass bei einer kurzzeitigen Blockade der Deutzer Brücke am Heumarkt eine Demonstrantin zur Pesonalienkontrolle vorübergehend festgenommen worden war.

Angesichts der Überzahl von Gegendemonstrant/innen, die auf Straßen, Plätzen und Brücken gemeinsam gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus protestierten, konnte der „Kögida“-Aufmarsch aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden und sie hielten nur eine Kundgebung am Deutzer Bahnhof ab, bei der sie „Wir sind das Volk“ skandierten. Anmelder des braunen Haufens war der Kölner Sebastian Nobilé, ehemaliges Mitglied der „German Defence League“, dann bei den „Identitären“ und nun bei „ProKöln“ aktiv. Diese rechte Splitterpartei versucht seit Jahren vergeblich die Bevölkerung u.a. gegen Muslime und Migrant/innen aufzuhetzen, weshalb sie nun versucht gemeinsam mit der nationalistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) auf der bundesweiten Pegida-Welle mitzureiten (Hintergründe).

Im Anschluss an den erfolgreiche Massenprotest zogen einige tausend Teilnehmer/innen mit antirassistischen und antifaschistischen Parolen die von „Kögida“ angemeldete Route am Heumarkt vorbei bis zum Roncalliplatz, wobei einzelne Gruppen noch durch den Hauptbahnhof liefen. Dort war es am 26.10.2014 bei einem Aufmarsch rechter „Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa)“ zu Angriffen gegen Ausländer/innen und Straßenschlachten mit der Polizei gekommen, bei dem zum ersten Mal in Köln außer Schlagstöcken und Pfefferspray auch ein Wasserwerfer eingesetzt worden war (Bericht auf Indymedia).

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