Gegen Kündigung bei Santander-Isban in Madrid

Santander-Solidarität

Am 05. Juni 2014 organisierte die spanische Gewerkschaft CNT-IAA einen internationalen Aktionstag aus Solidarität mit ausgelagerten und gekündigten Arbeiter/innen bei Santander/ISBAN. In Köln beteiligte sich das Allgemeine Syndikat an dem Aktionstag mit einem Plakat und Flugblättern.

Nachdem 2013 ein Gewerkschaftsdelegierter der CNT entlassen wurde, wird immer wieder zu internationalen Protestaktionen und Boykott aufgerufen (siehe http://informaticamadrid.cnt.es). Denn unter dem Dach der IT-Dienstleistungsfirma ISBAN, die zur Bank Santander gehört, befindet sich ein Netz dutzender Subunternehmen. Wie die CNT berichtet, werden dort zu prekären Arbeitsbedingungen billige Leiharbeitskräfte eingesetzt.

Weltweit beschäftigt Santander mit dieser rechtlich umstrittenen Vorgehensweise etwa 10.000 Arbeiter/innen, die zum Personaldienstleister ISBAN ausgelagert wurden. Das hat vor allem den Vorteil vereinfachter Kündigungen. Die Bank muss jetzt bloß noch der Leiharbeitsfirma den Projektauftrag entziehen oder die unerwünschten Kolleg/innen an andere Leiharbeitsplätze versetzen lassen. Dadurch entsteht bei den Leiharbeiter/innen ein ständiges Klima der Angst. Enormer Arbeitsdruck soll zudem den individuellen oder gewerkschaftlichen Widerstand unmöglich machen, berichtet die CNT.

Gleichzeitig macht die Bank Milliarden Euro Gewinne, während die ausgelagerten und prekären Arbeiter/innen unter der Androhung von Arbeitslosigkeit gezwungen sind unfassbare Arbeits­zeiten, Überstunden und Schichtwechsel hinzunehmen. Dafür bekommen sie dann einen Lohn, der noch unter der entsprechenden Leistung liegt.

Erst 2013 wurden durch eine Massenentlassung in der gesamten Santander-Gruppe hunderte Kolleg/innen arbeitslos: Die Jobs bei „SantanderBack-Office“ und „Isban CSA“ wurden innerhalb weniger Monate um 50% gekürzt. Nur ausgewählte Mitarbeiter/innen durften bleiben, die übrigen waren wohl nicht rentabel genug oder es war vielleicht besonders leicht sie raus zu schmeißen – unter den Entlassenen befanden sich auch viele Mütter in Teilzeitarbeit.

Mit Duldung der spanischen Regierung und ihrer willigen Gewerkschaften habe Santander auf diesem Wege massiven Stellenabbau betrieben, aber praktisch keine Abfindungen dafür bezahlen müssen. Doch es ist nicht das erste Mal, dass führende Bankmanager/innen für Schlagzeilen sorgen, ohne dafür rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen: Nach umstrit­tenen Gerichtsverfahren um eine Bankenübernahme und illegale Konten in der Schweiz, wurde Santander auch vorgeworfen, durch Handel mit faulen Immobilienkrediten die aktuelle Wirt­schaftskrise im Land befördert zu haben. Von millionenschweren Abfindungen für Manager/­innen, einer Verwicklung in die Gefängnisindustrie und in Rüstungsgeschäfte ganz zu schweigen.

Doch die Entlassung eines Gewerkschaftsdelegierten der CNT-IAA Madrid hat die Situation nun zugespitzt und bereits mehrfach eine internationale Protestwelle ausgelöst. Diese Unter­drückung unserer gewerkschaftlichen Vereinigungsfreiheit lassen wir uns nicht gefallen! Weder die CNT, noch die FAU als Schwestersektion der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation, sind durch Schmiergelder oder Repression davon abzuhalten, gegen die Entlassungen weiterhin Solidaritätsaktionen zu organisieren. Wir protestieren gemeinsam und über nationale Grenzen hinweg gegen diese Entlassungen und gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen!

Outsourcing und Kündigung stoppen!
Sofortige Wiedereinstellung aller Entlassenen!

Allgemeines Syndikat Köln (FAU-IAA)