Gegen die Privatisierung der Gesundheitsversorgung

Vom 01.-07. Oktober fand in mehreren europäischen Ländern eine Aktionswoche zur Verteidigung der Öffentlichen Gesundheitsversorgung statt. Dabei kämpfen Basisgewerkschaften und Initiativen gegen die Privatisierung und Kommerzialisierung der Gesundheitssysteme, die besonders von den Neoliberalen in EU und IWF vorangetrieben wird.
Den Opfern der Gesundheitsreformen

Mit Verweis auf die „Krise“ und auf angebliche „Effizienz“ sollen die Behandlungs- und Vorsorgeleistungen in den europäischen Ländern immer weiter beschnitten und deren Kosten auf die Bevölkerung abgewälzt werden. Nicht nur wegfallende ärztliche und pflegerische Leistungen, sondern auch eine mangelhafte Grundversorgung, lange Wartezeiten und hohe Eigenbeteiligung führen trotz digitaler Überwachung zu einer Vermehrung von Krankheiten und erhöhter Sterblichkeit. Selbst ausgerottet geglaubte Krankheiten, wie Syphilis und Tuberkulose, können sich wieder verbreiten.

Waren die staatlichen Gesundheitsleistungen im Kalten Krieg noch ein nötiger Baustein in der Erhaltung der Leistungsfähigkeit und der Bekämpfung der Arbeiter/innen-Bewegung, so ist diese Gefahr nach dem Ende des sowjetischen Staatskapitalismus und der Verlagerung der Produktion nach Osten und Süden so gut wie verschwunden. Die reformistischen Gewerkschaften sind damit beschäftigt die Fußtruppen der Sozialdemokratie zu lenken und halten diesen anti-sozialen Einschnitten wenig bis garnichts entgegen.

So haben sich zahlreiche Basisinitiativen mit Gewerkschaften, wie der spanischen CNT-IAA, zusammengeschlossen und sich u.a. folgende Ziele gesetzt:
- Stopp der Privatisierung öffentlicher Gesundheitsversorgung
- Keine Schließung „unwirtschaftlicher“ Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen
- Gegen Niedriglöhne und Leiharbeit
- Unbefristete Arbeitsverträge statt „selbständiger“ Werkverträge
- Abschaffung der Praxisgebühren und Zuzahlungen
- Freie Leistungen für alle (ob mit ohne ohne Papiere)

Mit über 10.000 Demonstrant/innen u.a. in den Hauptstädten London, Madrid, Paris und Warschau hat das Netzwerk auf die prekäre Lage der Arbeiter/innen und Patient/innen hingewiesen, die von den Einsparungen und Vermarktungen auf vielfältige Weise betroffen sind. Die Sektion Altenpflege des Allgemeinen Syndikats Köln (FAU-IAA) unterstützte diese Aktionswoche mit einem Flugblatt und einer kleinen Solidaritätsaktion…

Gegen die Privatisierung der Gesundheitsversorgung
Köln

Madrid
Madrid

Valencia
Valencia

Krankenpflegerinnen in Warschau
Warschau

Deine Gesundheit ist ihr Geschäft

Aktionswoche Gesundheitsversorgung 2012