Stadtspaziergang zum Workers Memorial Day 2012

Anlässlich des Internationalen Gedenktags für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten (Workers Memorial Day) hatte das Sozialrevolutionäre Bündnis Köln, an dem sich auch das Allgemeine Syndikat Köln beteiligt, am 28. April zu einem Spaziergang durch die Kölner Innenstadt aufgerufen.

an der Severinsstra�e

Der Einladung waren jedoch nicht nur ein Dutzend Teilnehmer/innen gefolgt, sondern auch die Polizei war mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor Ort und fragte, ob es sich um eine anmeldepflichtige Demonstration oder Kundgebung handeln würde. Da dies nicht der Fall war, konnte der historische Rundgang unbehelligt starten und führte die Gruppe vorbei an mehreren Stationen tödlicher Arbeitsunfälle und zu anderen relevanten Orten (wie Krankenkasse, Gesundheitsamt, Leiharbeitsfirmen). Dabei wurde auf die Gefahren von Stress und Mobbing am Arbeitsplatz ebenso hingewiesen, wie auf die Vermeidung von bzw. den Umgang mit Arbeitsunfällen, sowie auf die Prävention von Berufskrankheiten u.a. durch Persönliche Schutzausrüstung (PSA).

Abschließend wurde an der Einsturzstelle des Stadtarchivs, wo bei einem bis heute nicht restlos aufgeklärten Arbeitsunfall in der U-Bahn-Baustelle der Kölner Verkehrsbetriebe zwei Anwohner getötet wurden, eine Gedenkaktion statt. Zufällig trafen wir dabei auf einen Angehörigen des getöteten K., welcher sich über die bisher ausbleibende Entschädigungszahlung für seinen Neffen beklagte und die Beerdigung aus eigener Tasche bezahlen musste. Auf die hohlen Reden der Lokalpolitiker/innen ist der Angehörige überhaupt nicht gut zu sprechen, aber er freute sich, dass auch abseits des „offiziellen“ Jahresgedenkens sich noch Leute an den tödlichen Unfall erinnern und weitere Tote verhindern wollen.

Am Abend gab es im Autonomen Zentrum schließlich noch eine Filmvorführung zu Arbeitsbedingungen und eine Soliparty des Sozialrevolutionären Bündnisses.

Allgemeines Syndikat Köln (FAU-IAA)
- Sektion Altenpflege -

am Heumarkt

Stadtrundgang zum Thema tödliche Arbeitsunfälle (Köln 2012)